Epiretinale Gliose

Epiretinale Gliose

Als epiretinale Gliose, bzw. Gliose wird eine feine cellophanartige, gelegentlich auch dickere Gewebsschicht (Membran) bezeichnet, die sich an der Netzhautoberfläche im Bereich der Stelle des schärfsten Sehens, der Makula, gebildet hat.

Diese Veränderung wird auch als Makula Pucker bezeichnet, da die Membran zur Schrumpfung neigt und dadurch auch die darunterliegende Netzhaut faltig verziehen kann (pucker [englisch] – Fältelung).

Symptome

Typische Symptome einer epiretinalen Gliose sind Leseschwierigkeiten, nämlich verzerrtes und verschwommenes Sehen, außerdem werden gerade Linien geknickt wahrgenommen. In vielen Fällen können diese Symptome über lange Zeit stabil bleiben. Wenn sie fortschreiten, dann meist nur sehr langsam. Den Verlauf können Patienten im Selbsttest gut mit dem Amsler-Gitter kontrollieren. Eine spontane Heilung ist so gut wie ausgeschlossen.

Wann rät man zur Gliose-Operation?

Eine Vitrektomie mit Abziehen der Membran von der Netzhaut (Peeling) hat man früher in der Regel nur dann empfohlen, wenn der Patient im täglichen Leben durch Verzerrtsehen und eine reduzierte Sehschärfe deutlich gestört war.

Dabei muss man aber berücksichtigen, dass in vielen Fällen das gesunde Auge beim beidäugigen Sehen die Führung übernimmt und man sich mit dem reduzierten Sehen des erkrankten Auges bis zu einem gewissen Grad abfinden kann und deshalb der Entschluss zur Operation erst im fortgeschrittenen Stadium gefasst wird.

Heute raten viele Netzhautspezialisten zu einer früheren Operation, da hierdurch für das Sehvermögen des betreffenden Auges die Chancen auf eine weitgehende Rückbildung des Verzerrtsehens und Wiederherstellung einer guten Sehschärfe ungleich höher sind.

Operation der Gliose

Die Operation einer Gliose zählt heute mit zu den häufigsten Eingriffen im hinteren Augenabschnitt. Im Rahmen einer Vitrektomie (s.o.) wird die Membran zunächst mit einem Farbstoff zur besseren Sichtbarmachung angefärbt und dann mit einer feinen Pinzette von der Netzhautoberfläche abgezogen.

Anschließend erfolgt meist auch noch ein Peeling der jetzt freiliegenden inneren Grenzmembran der Netzhaut (ILM), um der Gefahr eines Rezidivs vorzubeugen und die Netzhaut möglichst vollständig zu glätten.

Ein Bild eines Auges mit einer Nadel darin.

Peeling der epiretinalen Gliose

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